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Thermoetiketten: Wie Thermodrucker ohne Tinte drucken und welche Rolle passt

Thermoetiketten: Wie Thermodrucker ohne Tinte drucken und welche Rolle passt
KI-generiertes Symbolbild

Thermoetiketten werden ohne Tinte bedruckt: Beim Thermodirektdruck färbt der heiße Druckkopf eine wärmeempfindliche Schicht im Etikett, beim Thermotransferdruck schmilzt er Farbe von einem Farbband auf. Thermodirekt-Etiketten reichen für Versand und kurze Kennzeichnungen. Müssen Etiketten lange, draußen oder in der Kälte lesbar bleiben, ist Thermotransfer die sichere Wahl.

Wie druckt ein Etikettendrucker ohne Tinte?

Viele Kundinnen und Kunden wundern sich, dass ihr DYMO oder Zebra „ohne Farbe“ druckt. Der Grund liegt im Etikett selbst. Laut DYMO ist der LabelWriter ein Thermodirektdrucker, der weder Tinte noch Toner benötigt: Er erwärmt spezielle wärmeempfindliche Etiketten, die Etiketten sind das einzige Verbrauchsmaterial. Zebra beschreibt das Material als chemisch behandelt, sodass es sich unter dem heißen Druckkopf schwärzt.

Wichtig für die Haltbarkeit: Laut Zebra bleibt Thermodirekt-Papier auch nach dem Druck chemisch aktiv. Deshalb erhalten manche Thermoetiketten eine Schutzbeschichtung gegen UV-Licht, Chemikalien und Abrieb.

Beim Thermotransferdruck sitzt die Farbe dagegen auf einem Farbband. Der Druckkopf erhitzt das Band, und die Farbe verbindet sich laut Zebra mit dem Etikett. Auch hier wird keine Tinte gebraucht, aber das Farbband muss nachgekauft werden. Was Wachs-, Wachs/Harz- und Harzbänder unterscheidet, steht in der Kategorie Thermotransferrollen. Einen Überblick über weitere Verfahren gibt der Beitrag Druckverfahren.

Woran erkenne ich Thermodirekt-Etiketten?

Liegt eine Rolle ohne Verpackung im Lager, ist oft unklar, ob der Drucker dafür ein Farbband braucht. Zebra empfiehlt dafür einen Kratztest:

  • Ziehen Sie einen Fingernagel oder eine Stiftkappe schnell und mit festem Druck über die bedruckbare Seite.
  • Durch die Reibungswärme reagiert Thermodirekt-Material. Erscheint eine schwarze Spur, handelt es sich laut Zebra um Thermodirekt-Etiketten, ein Farbband ist nicht nötig.
  • Bleibt die Oberfläche weiß, ist es Thermotransfer-Material, das nur mit Farbband bedruckt werden kann.

Machen Sie den Test an einem Etikett, das Sie nicht mehr brauchen. Brother weist darauf hin, dass Kratzer mit Fingernägeln oder Metall und Berührungen mit feuchten Händen bedruckte Thermoetiketten verfärben oder ausbleichen können.

Wie lange halten Thermoetiketten und warum verblassen sie?

Eine feste Haltbarkeit in Jahren nennen die Hersteller nicht, sie hängt von Licht, Wärme und Kontakt ab. Laut DYMO bleichen Etiketten mit thermischer Beschichtung aus, wenn sie längere Zeit direkter Sonne oder dem Licht von Leuchtstofflampen ausgesetzt sind oder mit Weichmachern in Berührung kommen, zum Beispiel auf Kunststoffordnern. Bei Briefumschlägen und Paketen ist das laut DYMO kein Problem. Aktenbeschriftungen bleichen dagegen über die Jahre allmählich aus, und ein Etikett in einem sonnigen Regal zeigt schon nach wenigen Monaten Ausbleichungen.

Brother schreibt zu seinen DK-Rollen, dass Farbe und Schrift bei Sonneneinstrahlung und Wärme verblassen und die Rollen nicht für den Außeneinsatz gedacht sind, wenn Widerstandsfähigkeit wichtig ist. Zebra nennt als Beispiel: Muss ein Etikett nur etwa sechs Monate lesbar bleiben und keinen Chemikalien, keiner Feuchtigkeit und keinem Abrieb standhalten, ist ein Thermodirekt-Papieretikett die passende Lösung.

Einfluss Was laut Hersteller passiert Was Sie tun
Sonne, Licht von Leuchtstofflampen Druck bleicht aus (DYMO, Brother, Zebra) Etiketten nicht ins Fenster oder ins sonnige Regal kleben
Wärme Druck verblasst, Material kann sich verfärben (Brother, Zebra) Rollen und Etiketten nicht an Heizung oder Gerät lagern
Weichmacher, z. B. Kunststoffordner Druck bleicht aus (DYMO) Für Ordner und Akten Thermotransfer oder Schriftband wählen
Kratzen, Reiben, feuchte Hände Verfärben oder Ausbleichen (Brother), Abrieb (Zebra) Bei starker Beanspruchung Thermotransfer mit passendem Farbband
Regen, Wind, Außeneinsatz Etiketten können verblassen und sich ablösen (Brother) Thermotransfer auf Kunststoffmaterial, siehe unten
Lange Lagerung der Rolle Laut DYMO halten LW-Etiketten in der Originalverpackung 18 Monate Lichtdicht, kühl und trocken lagern, angebrochene Rollen bald aufbrauchen

Welche Thermoetiketten passen in meinen Thermodrucker?

Ob eine Rolle passt, entscheiden mehrere Maße und die Art der Etiketten. Am Beispiel der Zebra-Desktopdrucker ZD421 und ZD621 nennt das Handbuch:

  • Breite: bei den Thermodirekt-Modellen höchstens 108 mm, mindestens 15 mm. Ein 100 mm breites Versandetikett liegt damit im zulässigen Bereich.
  • Kern: Innendurchmesser 12,7 mm oder 25,4 mm, mit optionalem Adapter auch 38,1, 50,8 oder 76,2 mm.
  • Rollendurchmesser: außen höchstens 127 mm. Größere Rollen passen nicht ins Gerät.
  • Etikettenart: Zebra unterscheidet Endlosmaterial ohne Markierung, Material mit Schwarzmarke, Kerbe oder Loch und Etiketten mit Lücke auf dem Trägerpapier. Je nach Art erkennt ein anderer Sensor den Etikettenanfang, deshalb muss die Sensoreinstellung zum Material passen.

Diese Werte gelten für die genannten Zebra-Modelle. Für Ihr Gerät stehen sie im Handbuch unter den Medien-Spezifikationen. Endlosetiketten werden auf die gewünschte Länge abgeschnitten, Einzeletiketten sind vorgestanzt. Welche Variante wann passt, erklärt die Kategorie Endlosetiketten. Große Versandformate wie 103 x 199 mm finden Sie in unserem Sortiment als Rolle, etwa die „Prindo Thermoetiketten kompatibel mit DHL 910-300-630 Common Label“. Wie Sie damit Paketscheine erstellen, zeigt der Beitrag Versandetiketten drucken.

Sonderfall DYMO LabelWriter 550 und Brother QL

Bei einigen Etikettendruckern hängt die Auswahl nicht nur an den Maßen. Die Bedienungsanleitung des DYMO LabelWriter 550, 550 Turbo und 5XL sagt eindeutig: Die Drucker funktionieren nur mit Original-DYMO-LW-Etiketten, andere Etiketten werden nicht erkannt. Die Original-Etiketten unterstützen laut DYMO die Automatic Label Recognition: Die Software erfährt so, welche Etikettengröße eingelegt ist und wie viele Etiketten noch auf der Rolle sind. Blinkt die Statusanzeige schnell, nennt DYMO als mögliche Ursache fehlende oder nicht erkannte Etiketten.

Bei den Brother-QL-Druckern heißen die Rollen DK-Einzeletiketten und DK-Endlosetiketten. Laut Brother ermittelt der P-touch Editor über „Druckmedium prüfen“ automatisch die eingelegte DK-Rolle. Passt sie nicht zum gewählten Format, meldet die Software einen Fehler. Brother rät im Handbuch des QL-800, nur Original-Brother-Verbrauchsmaterial zu verwenden. Passende Rollen für DYMO finden Sie unter DYMO-Etiketten.

Druck zu blass, streifig oder mit weißen Punkten: Was hilft?

Ein schlechtes Druckbild hat beim Thermodruck meist eine von drei Ursachen: das Material, ein verschmutzter Druckkopf oder die Einstellungen.

  • Etiketten prüfen: Laut DYMO deuten kleine weiße Punkte oder Streifen auf fehlerhafte oder überlagerte Etiketten hin. Testen Sie eine zweite Rolle aus der Originalverpackung. Druckt sie sauber, lag es an der ersten Rolle.
  • Druckkopf reinigen: DYMO nennt einen verschmutzten Druckkopf als weitere Ursache und sieht dafür eine LabelWriter-Reinigungskarte vor. Zebra empfiehlt, den Druckkopf bei jedem Rollenwechsel mit einem neuen Reinigungsstift von der Mitte nach außen zu reinigen. Bei Brother QL reinigen die DK-Rollen den Druckkopf laut Brother beim Durchlauf automatisch.
  • Druckdichte und Geschwindigkeit: Zebra rät, die Druckdichte auf den niedrigsten Wert mit gutem Ergebnis zu stellen. Eine zu hohe Einstellung macht das Bild unscharf, Barcodes schlecht lesbar und verschleißt den Druckkopf früher.
  • Beim Thermotransfer: Laut Zebra deuten verschwommener Druck, Schmierer oder Lücken darauf hin, dass Farbband und Etikettenmaterial nicht zusammenpassen. Das Band muss außerdem die ganze Breite des Materials abdecken, sonst kann der Druckkopf Schaden nehmen.

Weitere Gründe, etwa ein abgenutzter Druckkopf oder eine verschlissene Andruckwalze, nennt Zebra ebenfalls. Dann hilft nur der Austausch des Teils.

Wann sind Thermotransfer-Etiketten die bessere Wahl?

Brother sieht Thermodirektdrucker für Etiketten mit relativ kurzer Lebensdauer vor, Thermotransferdrucker für langlebige Etiketten. Zebra nennt typische Einsätze für Thermotransfer: dauerhafte Produkt- und Inventarkennzeichnung, Proben und Akten, Kühlräume und Gefriergeräte sowie Anwendungen im Freien. Für draußen braucht es laut Zebra Thermotransfer auf Kunststoffmaterial; wird viel gerieben, hilft ein Farbband mit höherem Harzanteil.

Für Etiketten, die nass werden oder in den Tiefkühler sollen, kommt es zusätzlich auf Material und Kleber an. Zebra verweist auf Kleber für bestimmte Temperaturbereiche. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Wasserfeste Etiketten. Geht es eher um Beschriftungen von Ordnern, Kabeln oder Regalen, ist ein Beschriftungsgerät mit Schriftband eine Alternative. Einen Vergleich bietet Brother-Beschriftungsgeräte im Test.

Häufige Fragen

Was sind Thermoetiketten?

Etiketten mit einer wärmeempfindlichen Beschichtung, die sich unter dem heißen Druckkopf verfärbt, laut Zebra meist schwarz. Der Drucker braucht dafür weder Tinte noch Toner noch Farbband.

Was sind Thermotransfer-Etiketten?

Etiketten ohne wärmeempfindliche Schicht. Sie werden über ein Farbband bedruckt, dessen Farbe der Druckkopf auf das Etikett überträgt. Sie halten länger, brauchen aber ein Thermotransfergerät.

Wie lange sind Thermoetiketten haltbar?

Für Versand und kurze Kennzeichnungen lange genug. Unbedruckte DYMO-LW-Etiketten halten laut DYMO in der Originalverpackung 18 Monate. Bedruckt verblassen sie je nach Licht, Wärme und Kontakt mit Weichmachern.

Kann ich Thermoetiketten einfrieren?

Für Tiefkühlung nennt Zebra Thermotransfer als typische Lösung. Achten Sie außerdem auf einen Kleber, der für tiefe Temperaturen ausgelegt ist; die Angabe steht in der Produktbeschreibung.

Sind Thermoetiketten wasserfest?

Nicht zuverlässig. Brother schreibt, dass seine DK-Etiketten durch Regen verblassen und sich ablösen können. Für Nässe eignen sich Kunststoffetiketten mit Thermotransferdruck.

Welche Etiketten passen in den DYMO LabelWriter 550?

Laut DYMO nur Original-DYMO-LW-Etiketten. Andere Etiketten erkennt der Drucker nicht.

Quellen