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Risikofaktor „Refill“

Risikofaktor „Refill“

Refill-Patronen und Refill-Toner sind gebrauchte Kartuschen, die mit neuer Tinte oder neuem Toner nachgefüllt wurden. Der Begriff sagt nichts darüber aus, ob die Kartusche vorher gereinigt, geprüft oder mit neuen Verschleißteilen versehen wurde. Mögliche Folgen sind auslaufende Tinte, eine ungenaue Füllstandsanzeige und bei Toner Schäden an der Trommeleinheit; achten Sie deshalb genau auf die Produktangaben.

Was bedeutet „Refill“ bei Druckerpatronen und Toner?

„Refill“ ist Englisch und heißt Nachfüllung. Gemeint ist eine leere Tintenpatrone oder Tonerkartusche, die mit neuer Tinte oder neuem Toner befüllt wird – vom Besitzer selbst mit einem Nachfüllset oder von einem Refill-Service. Ob die Kartusche vorher gereinigt wurde, welche Tinte oder welcher Toner hineinkam und ob Verschleißteile ersetzt wurden, verrät der Begriff nicht. Im Handel werden „Refill“, „wiederaufbereitet“ und „kompatibel“ zudem nicht einheitlich verwendet. Die Tabelle zeigt, was jeweils gemeint ist.

Begriff Was ist das? Was der Begriff über Aufbereitung und Prüfung sagt
Refill (nachgefüllt) Leere Patrone oder Tonerkartusche, die mit neuer Tinte oder neuem Toner befüllt wird – selbst oder von einem Service Nichts. Ob gereinigt, geprüft oder Teile ersetzt wurden, müssen Sie erfragen.
Wiederaufbereitet (Rebuilt) Gebrauchte, leere Originalkartusche, die gesammelt, aufbereitet, geprüft und neu befüllt wird Aufbereitung und Prüfung gehören dazu. Für Tintenpatronen gibt es dafür die Norm DIN 33871-1.
Kompatibler Nachbau Neu hergestellte Patrone oder Tonerkartusche eines anderen Anbieters, gebaut für bestimmte Druckermodelle Neuware, also nicht nachgefüllt. Reichweite und passende Drucker sollten in der Produktbeschreibung stehen.
Original Patrone oder Tonerkartusche vom Hersteller des Druckers Neuware des Druckerherstellers

Einen Überblick über alle Arten, die Auswahl der passenden Patrone und Hinweise zur Qualität gibt der Ratgeber Kompatible Druckerpatronen.

Welche Risiken haben nachgefüllte Tintenpatronen?

Auslaufende Tinte und Druckprobleme

Wer eine Patrone nachfüllt, greift in sie ein. Epson warnt zum Beispiel im Online-Handbuch der Expression Home XP-202 bis XP-405: Wird das Etikett der Patrone entfernt, kann Tinte austreten. Veränderungen an der Patrone können dazu führen, dass Sie nicht mehr normal drucken können. Gerät Tinte auf die Hände, reinigen Sie diese laut Epson gründlich mit Wasser und Seife. Wie Sie Flecken aus Kleidung und von Möbeln entfernen, lesen Sie im Ratgeber Druckertinte entfernen.

Ungenaue oder fehlende Füllstandsanzeige

Viele Patronen tragen einen Chip. Bei den genannten Epson-Modellen überwacht ein IC-Chip auf der Patrone unter anderem den verbleibenden Tintenstand. Nach dem Nachfüllen passt die Anzeige daher nicht unbedingt zum Inhalt: Laut HP ist die Anzeige des Tintenfüllstands bei wiederbefüllten oder wiederaufgearbeiteten Patronen möglicherweise ungenau, oder sie fehlt. Für dieselben Epson-Modelle schreibt Epson, dass bei Tinte von Drittanbietern keine Füllstandsinformationen angezeigt werden. Behalten Sie dann das Druckbild selbst im Blick und halten Sie eine Ersatzpatrone bereit. Wie der Chip arbeitet, erklärt der Beitrag Druckerpatronen mit Chip.

Patronen mit eingebautem Druckkopf

Es gibt reine Tintentanks und Patronen mit eingebautem Druckkopf. Wird eine Patrone mit Druckkopf nachgefüllt, druckt der Drucker weiter mit dem gebrauchten Druckkopf. Die Aufbereitungsnorm DIN 33871-1 gilt ausdrücklich für Tintendruckköpfe und Tintentanks und legt Prüfungen für Farbwiedergabe und Ergiebigkeit fest. Ob eine Refill-Patrone so geprüft wurde, sagt der Begriff „Refill“ nicht. Wie eine Patrone aufgebaut ist, lesen Sie im Beitrag Der Aufbau einer Druckerpatrone.

Was ist bei Refill-Toner anders?

Toner ist ein feines Pulver. Brother schreibt in seinen Anleitungen, dass seine Geräte für Toner mit bestimmten Spezifikationen entwickelt wurden. Brother empfiehlt deshalb, nur Original-Tonerkassetten und -Trommeleinheiten zu verwenden und Tonerkassetten nicht mit Toner anderer Hersteller wieder aufzufüllen. Schäden an der Trommeleinheit oder an anderen Teilen des Geräts, die durch andere als Original-Brother-Toner oder -Tonerkassetten entstehen, deckt laut Brother die Garantie nicht ab. Was die Trommel leistet, erklärt der Beitrag Fotoleitertrommel.

Hinzu kommt der Staub. Brother rät beim Tonerwechsel ausdrücklich, keinen Toner einzuatmen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) empfiehlt in ihrem Merkblatt zu Tonerstaub, geschlossene Tonerkartuschen Nachfüllsystemen vorzuziehen, damit man das Pulver weder berührt noch einatmet. Werden die Hinweise des Merkblatts beachtet, ist das Risiko durch Drucker- und Kopiereremissionen laut BAuA im Vergleich zu den meisten anderen Chemikalien sehr gering.

Geht beim Umgang mit Toner etwas daneben, empfiehlt die BAuA:

  • Verschütteten Toner in der Regel mit einem feuchten Tuch aufnehmen.
  • Toner auf der Haut mit kaltem Wasser und Seife abwaschen, denn viele Tonerpulver werden unter heißem Wasser klebrig.
  • Wird abgesaugt, Staubsauger der Staubkategorie H verwenden; Geräte keinesfalls ausblasen oder fegen.
  • Tonerabfälle und Reste in geschlossenen Behältern entsorgen.

Was mit leeren Tonerkartuschen geschieht, lesen Sie im Ratgeber Tonerkartuschen richtig entsorgen.

Worauf sollten Sie beim Kauf nachgefüllter oder wiederaufbereiteter Kartuschen achten?

  1. Lesen Sie, welche Art angeboten wird: nachgefüllt (Refill), wiederaufbereitet oder kompatibler Nachbau.
  2. Achten Sie bei wiederaufbereiteten Tintenpatronen auf Angaben zu Aufbereitung und Prüfung, etwa nach DIN 33871-1.
  3. Fragen Sie bei Toner nach, welche Teile geprüft oder ersetzt wurden, zum Beispiel die Bildtrommel, wenn sie Teil der Kartusche ist.
  4. Prüfen Sie, ob Ihr Druckermodell ausdrücklich als passend genannt ist.
  5. Achten Sie auf die Angabe, ob der Drucker mit der Kartusche den Füllstand anzeigt.
  6. Ist Ihr Drucker noch in der Herstellergarantie, lesen Sie vorher die Garantiebedingungen des Herstellers.

Fertig befüllte Patronen für Ihr Modell finden Sie in der Kategorie Druckerpatronen, Tonerkartuschen in der Kategorie Toner.

Häufige Fragen

Was sind Refill-Patronen?

Refill-Patronen sind gebrauchte Tintenpatronen, die mit neuer Tinte nachgefüllt wurden – vom Besitzer selbst oder von einem Refill-Service. Der Begriff sagt nichts darüber aus, ob die Patrone gereinigt oder geprüft wurde und welche Tinte verwendet wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Refill und wiederaufbereitet?

Refill heißt nur nachgefüllt. Bei wiederaufbereiteten Kartuschen werden gebrauchte Originalkartuschen aufbereitet, geprüft und neu befüllt. Für Tintenpatronen legt die Norm DIN 33871-1 Grundsätze für Aufbereitung und Prüfung fest.

Was sind die Vor- und Nachteile von Refill-Toner?

Ein Vorteil kann der Preis sein; ob er sich rechnet, zeigt der Preis pro Seite, also Preis geteilt durch Reichweite. Dagegen stehen die Risiken: Brother rät, Tonerkassetten nicht mit Toner anderer Hersteller aufzufüllen, und schließt Schäden durch Toner, der nicht von Brother stammt, von seiner Garantie aus. Beim Selbstbefüllen kommt der Tonerstaub hinzu.

Kann man Toner selbst nachfüllen?

Brother rät davon ab, leere Tonerkassetten mit Toner anderer Hersteller aufzufüllen. Die BAuA empfiehlt, geschlossene Kartuschen Nachfüllsystemen vorzuziehen, damit man das Pulver weder berührt noch einatmet. Wer den Kontakt mit Tonerstaub vermeiden möchte, greift zu fertig befüllten Kartuschen.

Verliere ich die Garantie, wenn ich nachgefüllte Patronen verwende?

Das regeln die Garantiebedingungen des Druckerherstellers. Laut HP hat die Verwendung wiederbefüllter Patronen für sich genommen keine Auswirkungen auf die Garantie; Reparaturen sind aber nicht abgedeckt, wenn ein Ausfall oder eine Beschädigung des Druckers nachweislich direkt auf eine modifizierte oder wiederbefüllte HP-Patrone zurückgeht. Mehr dazu im Beitrag Garantie und alternative Patronen.

Quellen