Ein Laserdrucker lohnt sich im privaten Haushalt vor allem für Texte und Dokumente – und gerade dann, wenn Sie nur gelegentlich drucken: Toner trocknet nicht ein, und das Gerät druckt auch nach Wochen Pause sofort. Für Fotos auf Fotopapier eignet sich ein Tintenstrahldrucker. Wer viel in Farbe druckt, sollte auch Tintentankdrucker vergleichen.
Für wen lohnt sich ein Laserdrucker zuhause?
Entscheidend ist, was und wie oft Sie drucken. Ein Laserdrucker spielt seine Stärken aus, wenn einer oder mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen:
- Sie drucken vor allem Text: Briefe, Formulare, Rechnungen oder Unterlagen für Schule, Studium und Homeoffice.
- Sie drucken unregelmäßig: Zwischen zwei Ausdrucken liegen oft Wochen. Laut Stiftung Warentest arbeiten Laserdrucker auch nach monatelangem Stillstand zuverlässig, während bei Tintendruckern der Druckkopf eintrocknen kann.
- Sie drucken mehrseitige Dokumente: Laserdrucker drucken Text schnell und besonders scharf.
- Schwarzweiß genügt Ihnen: Ein Schwarzweiß-Laserdrucker kommt mit einem einzigen Toner aus.
Weniger passend ist ein Laserdrucker, wenn Sie regelmäßig Fotos ausdrucken möchten, etwa randlos auf Fotopapier. Dafür sind Tintenstrahldrucker gebaut. Geräte beider Bauarten finden Sie in den Kategorien Laserdrucker und Tintenstrahldrucker.
Laser, Tinte oder Tintentank: Welcher Drucker passt zu Ihnen?
Die Tabelle vergleicht die drei Bauarten nach den Kriterien, die beim Drucken zuhause zählen. Konkrete Kosten hängen stark vom Modell ab. Vergleichen Sie deshalb vor dem Kauf Reichweite und Preis des Verbrauchsmaterials im Datenblatt.
| Kriterium | Laserdrucker | Tintenstrahldrucker mit Patronen | Tintentankdrucker |
|---|---|---|---|
| Druckt mit | Tonerpulver aus Tonerkartuschen | flüssiger Tinte aus Patronen | flüssiger Tinte, die Sie aus Flaschen in eingebaute Tanks füllen |
| Texte und Dokumente | sehr scharfes Schriftbild, zügig auch bei vielen Seiten | gut geeignet | gut geeignet |
| Fotos | Bilder auf Normalpapier möglich, Fotopapier für Tintenstrahldrucker ungeeignet | auf passendem Fotopapier sehr gut, oft randlos | auf passendem Fotopapier gut geeignet, je nach Modell |
| Seltenes Drucken | unkritisch: Toner trocknet nicht ein, im Stillstand kein Verbrauch | Druckkopf kann eintrocknen, Reinigungen verbrauchen Tinte | Druckkopf kann ebenfalls eintrocknen, regelmäßig drucken |
| Laufende Kosten | abhängig von Preis und Reichweite des Toners | abhängig von Patrone und Reichweite, Reinigungen kosten zusätzlich Tinte | Tinte aus Flaschen kann die Druckkosten gegenüber Patronen deutlich senken |
| Anschaffung und Platz | bei vergleichbarer Ausstattung meist teurer und größer | meist günstiger und kompakter | je nach Modell |
| Passt zu | Wenigdruckern, Homeoffice, Schule, Formularen | gemischtem Druck mit Fotos | Vieldruckern, auch in Farbe |
Wie Sie Ihr eigenes Druckverhalten einschätzen, lesen Sie auch im Beitrag Tintenstrahl- oder Laserdrucker.
Was ist ein Laserdrucker und wie funktioniert er?
Ein Laserdrucker druckt mit Tonerpulver statt mit Tinte. Ein Laserstrahl zeichnet das Druckbild auf eine Bildtrommel, und elektrische Ladung bringt den Toner von dort auf das Papier. Der Ablauf in fünf Schritten:
- Die lichtempfindliche Bildtrommel wird elektrisch aufgeladen.
- Ein Laserstrahl belichtet die Trommel Zeile für Zeile. Ein schnell rotierender Spiegel lenkt ihn dabei über die Trommel. Wo der Strahl trifft, verliert die Trommel ihre Ladung.
- Der Toner haftet nur an diesen Stellen der Trommel.
- Die Trommel überträgt den Toner auf das Papier.
- Die Fixiereinheit verbindet den Toner mit Hitze und Druck dauerhaft mit dem Papier.
Weil Toner ein trockenes Pulver ist, gibt es keine Düsen, die eintrocknen könnten. LED-Drucker arbeiten nach demselben Prinzip, belichten die Trommel aber mit einer Leiste aus Leuchtdioden. Mehr dazu im Beitrag Unterschied zwischen Laser- und LED-Drucker.
Braucht ein Laserdrucker Patronen?
Nein, jedenfalls keine Tintenpatronen. Ein Laserdrucker arbeitet mit Tonerkartuschen, die umgangssprachlich oft ebenfalls Patronen genannt werden. Ein Schwarzweiß-Laserdrucker braucht einen Toner, ein Farblaserdrucker vier: Schwarz, Cyan, Magenta und Gelb. Je nach Modell kommen weitere Verbrauchsteile hinzu:
| Verbrauchsteil | Aufgabe | Wann wechseln? | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Tonerkartusche | enthält das Tonerpulver für Text und Grafiken | wenn der Toner zur Neige geht oder die Druckqualität nachlässt | HP 142A für den HP LaserJet MFP M140we |
| Trommeleinheit (Bildtrommel) | überträgt den Toner auf das Papier | seltener als der Toner, bei Brother erst nach der Meldung „Trommel ersetzen“; bei manchen Modellen ist die Trommel Teil der Tonerkartusche | Kyocera DK-1150 zum Toner TK-1150 im Kyocera ECOSYS P2235dn |
| Resttonerbehälter | nimmt überschüssigen Toner auf, vor allem bei vielen Farbgeräten | wenn das Gerät es meldet | Brother WT-229CL im Brother DCP-L3560CDW |
Die Reichweite eines Toners gibt der Hersteller in Seiten an. Viele Toner gibt es in zwei Größen, zum Beispiel Brother TN-2410 und die XL-Variante TN-2420 für Geräte wie den Brother HL-L2350DW. Wie viele Seiten Sie tatsächlich schaffen, hängt davon ab, wie stark Ihre Seiten bedruckt sind – siehe Was die Deckung bei Reichweitenangaben bedeutet. Trommeln finden Sie in der Kategorie Bildtrommeln, Hintergründe zum Bauteil im Beitrag Fotoleitertrommel.
Was spricht gegen einen Laserdrucker?
- Fotodruck: Für Fotos auf Fotopapier ist ein Laserdrucker nicht gedacht. Fotopapier für Tintenstrahldrucker gehört nicht hinein: Brother weist darauf hin, dass Inkjet-Papier Papierstaus und Schäden verursachen kann. Alle Druckmedien müssen außerdem die Hitze der Fixiereinheit aushalten, bei einem Brother-Farbgerät wie dem MFC-9342CDW sind das 200 °C. Manche Farblaser verarbeiten spezielles Glanzpapier. Welche Sorten zulässig sind, steht im Handbuch.
- Anschaffung und Platz: Bei vergleichbarer Ausstattung sind Laserdrucker laut Stiftung Warentest teurer und sperriger als Tintendrucker.
- Emissionen: Beim Laserdruck können feine und ultrafeine Partikel in die Raumluft gelangen. Nach Angaben des Umweltbundesamts geben moderne Geräte nur noch wenig Ozon ab, Feinstaub und flüchtige organische Stoffe sind deutlich zurückgegangen. Ausreichend deutliche Hinweise auf durch Drucker verursachte Erkrankungen sieht das Amt nach Auswertung von Studien nicht. Große Bürogeräte sollten vorsorglich in separaten Räumen stehen. Was Sie zuhause tun können, lesen Sie im Beitrag Feinstaubfilter für Drucker.
Worauf achten Sie beim Kauf eines Laserdruckers für zuhause?
- Legen Sie fest, ob Schwarzweiß genügt oder ob Sie Farbe brauchen.
- Entscheiden Sie, ob Sie auch scannen und kopieren möchten. Dann ist ein Multifunktionsdrucker die passende Bauform.
- Prüfen Sie die Anschlüsse: Mit WLAN drucken Sie von mehreren Geräten aus, auch vom Smartphone.
- Achten Sie auf automatischen beidseitigen Druck (Duplex), wenn Sie oft mehrseitige Dokumente drucken.
- Wählen Sie bei seltener Nutzung ein Modell mit geschlossener Papierkassette. In einem offenen Fach verstaubt das Papier, wenn der Drucker lange nicht genutzt wird.
- Vergleichen Sie im Datenblatt Reichweite und Preis des Toners und, falls vorhanden, der Trommel.
Häufige Fragen
Kann ein Laserdrucker eintrocknen?
Nein. Toner ist ein trockenes Pulver, und es gibt keine Düsen, die verstopfen können. Laut Stiftung Warentest arbeiten Laserdrucker auch nach monatelangem Stillstand zuverlässig und verbrauchen im Stand keinen Toner. Wie Sie Ersatztoner aufbewahren, lesen Sie im Beitrag Richtige Lagerung von Tinte und Toner.
Gibt es Drucker ohne Patronen?
Ja. Laserdrucker arbeiten mit Tonerkartuschen statt mit Tintenpatronen, Tintentankdrucker füllen Sie aus Tintenflaschen nach. Einige mobile Drucker kommen sogar ganz ohne Tinte und Toner aus, mehr dazu im Beitrag Mobile Drucker für unterwegs.
Wie viele Seiten schafft ein Toner?
Das hängt vom Toner ab. Der Hersteller gibt die Reichweite in Seiten an, XL-Toner reichen weiter als Standardtoner. Wie viele Seiten Sie tatsächlich drucken, hängt davon ab, wie viel Fläche je Seite bedruckt wird.
Wie oft muss die Trommel gewechselt werden?
Seltener als der Toner. Bei Brother zum Beispiel wird die Trommel nicht regelmäßig getauscht, sondern erst, wenn das Gerät „Trommel ersetzen“ meldet. Bei manchen Modellen ist die Trommel in die Tonerkartusche integriert und wird mit jedem Toner erneuert.
Kann ich mit einem Laserdrucker Fotos drucken?
Auf Normalpapier drucken Farblaserdrucker auch Bilder und Grafiken. Für Fotos auf Fotopapier ist ein Tintenstrahldrucker gedacht. Fotopapier für Tintenstrahldrucker gehört nicht in einen Laserdrucker, weil es laut Brother Papierstaus und Schäden verursachen kann.