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Was bedeutet 5% Deckung beim Drucken?

Was bedeutet 5% Deckung beim Drucken?

5 % Deckung bedeutet, dass 5 Prozent der Blattfläche mit Toner oder Tinte bedruckt sind – etwa bei einer kurzen Textseite. Der Wert ist die Bezugsgröße für die Reichweite von Schwarzweiß-Toner: Die Testseite der Norm ISO/IEC 19752 hat laut Brother ungefähr 5 % Deckung. Wer mehr Fläche bedruckt, schafft entsprechend weniger Seiten.

Was bedeutet Deckung beim Drucken?

Die Deckung, auch Flächen- oder Seitendeckung genannt, gibt an, welcher Anteil einer Seite mit Toner oder Tinte bedeckt ist. Eine A4-Seite misst 21 × 29,7 cm, also rund 624 cm². Bei 5 % Deckung sind davon rund 31 cm² bedruckt. Das entspricht einem Quadrat von etwa 5,6 × 5,6 cm, der Rest des Blatts bleibt weiß.

Das klingt nach wenig, reicht aber für ein kurzes Schreiben: Text besteht aus dünnen Linien mit viel Weißraum dazwischen. Brother beschreibt einen typischen Ausdruck als einseitiges Dokument mit 4 bis 5 % Seitendeckung, was einer eher kleinen Notiz von 1.500 Zeichen entspricht. Druckaufträge mit großen Zeichen, Grafiken, Diagrammen oder vollflächigen Hintergründen haben laut Brother eine höhere Deckung und verkürzen die Reichweite.

Nahaufnahme einer eng mit Text bedruckten Seite

Eine eng beschriebene Textseite wie diese braucht mehr Toner als die Testseite der Norm. HP nennt dichte Textdokumente als Beispiel für Seiten, mit denen eine Kartusche weniger Seiten schaffen kann als nach ISO angegeben.

Warum beziehen sich Reichweiten auf 5 % Deckung?

Der Wert stammt aus der Zeit vor den ISO-Normen. HP etwa hat die Reichweite seiner Toner früher mit einer eigenen Testmethode auf Basis von 5 % Deckung ermittelt. Seit 2004 misst HP Schwarzweiß-Toner nach ISO/IEC 19752. Deren Testseite liegt laut Brother ebenfalls bei ungefähr 5 % Deckung. Im Handbuch der Laserdrucker-Serie HL-2140 nennt Brother zum Beispiel ungefähr 1.500 Seiten für die Standard-Tonerkassette, bei 5 % Deckung nach ISO/IEC 19752.

Vergleichbar sind Reichweiten nur, wenn sie nach derselben Norm gemessen wurden. Angaben aus anderen Verfahren lassen sich laut HP nicht mit ISO-Werten vergleichen.

Welche Normen regeln die Reichweite von Patronen und Toner?

Die Normen der ISO und der IEC legen fest, welche Testseiten gedruckt werden, unter welchen Bedingungen und wann eine Patrone als leer gilt. Sie messen ausschließlich die Reichweite. Aussagen zu Druckqualität oder Zuverlässigkeit lassen sich aus diesen Tests laut den Normen nicht ableiten. Die wichtigsten im Überblick:

Norm Gilt für So wird gemessen
ISO/IEC 19752 Tonerkartuschen von Schwarzweiß-Laserdruckern und Multifunktionsgeräten, auch Kartuschen mit eingebauter Bildtrommel eine Standard-Testseite (laut Brother rund 5 % Deckung), fortlaufend gedruckt bis zum Ende der Kartusche
ISO/IEC 19798 Tonerkartuschen von Farblaserdruckern: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz Satz aus fünf Testseiten mit Text und Grafik in Schwarz und Farbe, auf Normalpapier
ISO/IEC 24711 Tintenpatronen von Farb-Tintenstrahldruckern Satz aus fünf Testseiten nach ISO/IEC 24712, auf Normalpapier im Standardmodus
ISO/IEC 24712 Testseiten für ISO/IEC 19798 und ISO/IEC 24711 vier Dokumente, wie sie in Büro und Haushalt vorkommen, plus eine Diagnoseseite, an der das Ende der Patrone erkannt wird
ISO/IEC 22505 schwarze Tintenpatronen von Schwarzweiß-Tintenstrahldruckern Testseite aus ISO/IEC 19752, auf Normalpapier
ISO/IEC 29102 Fotodruck mit Farb-Tintenstrahldruckern Testfotos nach ISO/IEC 29103 auf Fotopapier im Format 10 × 15 cm

ISO/IEC 19752: Reichweite von Schwarzweiß-Toner

Schriftzug ISO/IEC 19752 neben einer Hand, die Holzwürfel mit den Buchstaben ISO und einem Prüfsiegel-Symbol legt

Die Norm gilt für Tonerkartuschen von Schwarzweiß-Laserdruckern und Multifunktionsgeräten. HP beschreibt den Ablauf so: Eine Standard-Testseite wird fortlaufend gedruckt, bis die Kartusche ihr Ende erreicht. Das ist der Fall, wenn die Ausdrucke verblassen oder – bei manchen Druckern – wenn das Gerät wegen der leeren Kartusche von selbst anhält. Getestet werden mindestens drei Kartuschen in jedem von drei Druckern. Die aktuelle Fassung der Norm ist 2025 erschienen.

ISO/IEC 19798: Reichweite von Farbtoner

Schriftzug ISO/IEC 19798 neben einer Hand, die Holzwürfel mit den Buchstaben ISO und einem Prüfsiegel-Symbol legt

Für Farblaserdrucker gibt es statt einer einzelnen Seite einen Satz aus fünf Testseiten mit Text und Grafiken in Schwarz und Farbe. Laut HP werden sie fortlaufend gedruckt, bis die Kartusche ihr Ende erreicht. Die Reichweite gilt für jede Tonerfarbe einzeln. HP gibt für Cyan, Magenta und Gelb zusätzlich einen gemeinsamen Durchschnittswert an, Schwarz steht separat. Auch diese Norm ist 2025 in neuer Fassung erschienen.

ISO/IEC 24711 und 24712: Reichweite von Tintenpatronen

Schriftzug ISO/IEC 24711 neben einer Hand, die Holzwürfel mit den Buchstaben ISO und einem Prüfsiegel-Symbol legt

ISO/IEC 24711 beschreibt die Messung für Tintenpatronen von Farb-Tintenstrahldruckern, ISO/IEC 24712 liefert die Testseiten dazu. Epson erklärt das Verfahren so: Fünf Testseiten werden bei kontrollierter Temperatur fortlaufend auf Normalpapier im Standardmodus gedruckt. Eine Patrone wird getauscht, sobald der Drucker sie als leer meldet. Die angegebene Reichweite rundet Epson ab. Für reine Schwarzweiß-Tintenstrahldrucker gilt ISO/IEC 22505, für den Fotodruck ISO/IEC 29102.

Was die Normen nicht messen: die Kosten pro Seite. Die Reichweite ist laut ISO/IEC 19752 nur einer von mehreren Beiträgen dazu. Sie ist auch kein Mindestwert: Laut HP beschreibt die angegebene Reichweite den Durchschnitt, den eine Kartusche im Normtest erreicht. Einzelne Kartuschen liegen darüber oder darunter.

Wie viele Seiten schafft eine Druckerpatrone?

So viele, wie der Hersteller als Reichweite angibt – bei Seiten wie denen aus dem Normtest. Die Angabe finden Sie auf der Verpackung und in den Produktdaten. HP und Epson stellen die Reichweiten ihrer Patronen zusätzlich auf eigenen Übersichtsseiten bereit. Die Werte unterscheiden sich je nach Patrone stark, wie diese Beispiele von Brother zeigen:

Original-Verbrauchsmaterial Passt zum Beispiel in Reichweite laut Brother Norm
Tintenpatronen LC421 Brother MFC-J1010DW 200 Seiten je Patrone ISO/IEC 24711
Tintenpatronen LC421XL Brother MFC-J1010DW 500 Seiten je Patrone ISO/IEC 24711
Toner TN-2410 Brother HL-L2350DW 1.200 Seiten ISO/IEC 19752
Toner TN-2420 Brother HL-L2350DW 3.000 Seiten ISO/IEC 19752

Bei Laserdruckern mit eigener Bildtrommel hat auch die Trommel eine Lebensdauer in Seiten, mehr dazu im Beitrag Fotoleitertrommel. Ob für Sie eher Toner oder Tinte passt, lesen Sie im Beitrag Lohnt sich ein Laserdrucker im privaten Haushalt?

Wie viele Seiten schaffe ich bei mehr als 5 % Deckung?

Eine grobe Abschätzung gelingt mit einem Dreisatz. Am besten passt sie für Schwarzweiß-Toner, dessen Reichweite auf einer Testseite mit rund 5 % Deckung beruht:

Seiten bei Ihrer Deckung ≈ angegebene Reichweite × 5 ÷ Ihre Deckung in Prozent

Die Tabelle rechnet das für einen Toner mit angenommenen 1.000 Seiten Reichweite durch. Die Zahlen sind rechnerische Richtwerte, keine Herstellerangaben:

Deckung Bedruckte Fläche auf A4 Seiten (Richtwert)
5 % rund 31 cm² ca. 1.000
10 % rund 62 cm² ca. 500
20 % rund 125 cm² ca. 250
50 % rund 312 cm² ca. 100

Für Farbdruck ist die Rechnung noch gröber. Dort beruht die Reichweite auf fünf Testseiten, und jede Farbe wird einzeln verbraucht: Ein Motiv mit viel Cyan leert vor allem die Cyan-Patrone. Bei Tintenstrahldruckern kommt Tinte für die Reinigung des Druckkopfs hinzu.

Zwei Titelseiten-Entwürfe mit großflächigen bunten Streifengrafiken

Großflächige Farbgrafiken wie auf diesen Titelseiten bedecken mehr als die Hälfte des Blatts – ein Vielfaches von 5 % Deckung.

Warum schafft meine Patrone weniger Seiten als angegeben?

Die Normtests laufen unter gleichbleibenden Bedingungen, der Alltag nicht. Diese Einflüsse nennen die Hersteller:

  • Mehr Deckung: Grafiken, Fotos, große Schrift und farbige Hintergründe verbrauchen mehr Toner oder Tinte als die Testseiten.
  • Dunklere Einstellung: Laut Brother wirkt sich die Druckdichte auf den Verbrauch aus. Je dunkler gedruckt wird, desto mehr Toner wird verbraucht.
  • Kleine Druckaufträge: Brother und HP nennen die Zahl der Seiten pro Druckauftrag als Einflussfaktor. Im Normtest wird dagegen fortlaufend gedruckt.
  • Farbanteil: Bei Farblaserdruckern hängt die tatsächliche Reichweite laut HP auch davon ab, wie viel Sie in Farbe und wie viel in Schwarzweiß drucken.
  • Wartung bei Tinte: Laut Epson verbrauchen geplante Reinigungszyklen Tinte. Außerdem bleibt bei der Meldung „Tinte leer“ etwas Tinte in der Patrone, damit keine Luft in die Düsen gelangt. Diese Resttinte zählt nicht zur Reichweite.
  • Umgebung: Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen laut HP die Reichweite. Deshalb laufen die Normtests unter kontrollierten Bedingungen.
  • Starterpatrone: Die erste Patrone im Lieferumfang des Druckers kann laut HP und Brother weniger Seiten drucken als eine Ersatzpatrone.

Wie Sie Patronen und Toner bis zum Einsatz richtig aufbewahren, lesen Sie im Beitrag Richtige Lagerung von Tinte und Toner. Passende Toner und Patronen finden Sie über Ihr Druckermodell.

Häufige Fragen

Für wie viele Seiten reicht eine Druckerpatrone?

Das steht in der Reichweitenangabe des Herstellers und hängt stark von der Patrone ab. Brother nennt zum Beispiel 200 Seiten für eine Tintenpatrone LC421 und 1.200 Seiten für den Toner TN-2410. Die Werte gelten für die Testseiten der ISO-Normen. Mit vielen Grafiken oder Fotos schaffen Sie weniger.

Was bedeutet ISO/IEC 19752?

ISO/IEC 19752 ist die internationale Norm, nach der die Reichweite von Tonerkartuschen für Schwarzweiß-Laserdrucker gemessen wird. Dabei wird eine Standard-Testseite fortlaufend gedruckt, bis die Kartusche leer ist. Diese Seite entspricht laut Brother ungefähr 5 % Deckung.

Was ist der Unterschied zwischen ISO/IEC 19752 und ISO/IEC 19798?

ISO/IEC 19752 gilt für Schwarzweiß-Toner und arbeitet mit einer einzelnen Testseite. ISO/IEC 19798 gilt für Farbtoner und nutzt einen Satz aus fünf Testseiten mit Text und Grafiken in Schwarz und Farbe. Die Reichweite wird dort für jede Tonerfarbe einzeln angegeben.

Wie viele Seiten schafft ein Toner bei 10 % Deckung?

Als grober Richtwert etwa halb so viele wie angegeben, denn die Angabe für Schwarzweiß-Toner beruht auf rund 5 % Deckung. Ein Toner mit 1.200 Seiten Reichweite schafft rechnerisch also etwa 600 Seiten. Druckdichte, Auftragsgröße und Umgebung verschieben das Ergebnis zusätzlich.

Ist die angegebene Reichweite ein Mindestwert?

Nein. Laut HP ist die Reichweite ein Durchschnittswert aus den Normtests. Einzelne Kartuschen schaffen mehr oder weniger Seiten. HP empfiehlt, die Angaben als Ausgangspunkt für Vergleiche zu nutzen und nicht als Vorhersage für den eigenen Drucker.

Quellen