Druckertinte ist die flüssige Farbe, mit der Tintenstrahldrucker drucken. Sie besteht aus Farbmitteln – gelösten Farbstoffen oder feinen Pigmentteilchen – und einer Trägerflüssigkeit, meist auf Wasserbasis, dazu kommen Zusätze wie Glycerin. Der Druckkopf spritzt die Tinte in Tröpfchen von wenigen Picolitern auf das Papier.
Woraus besteht Druckertinte?
Druckertinte – oft auch Drucktinte oder Druckerfarbe genannt – hat zwei Hauptbestandteile: das Farbmittel, das auf dem Papier die Farbe erzeugt, und die Trägerflüssigkeit, die es durch den Druckkopf bringt. Als Farbmittel dienen laut Canon entweder Farbstoffe, die in der Flüssigkeit gelöst sind, oder Pigmente, also feste Teilchen in einem flüssigen Träger. Die meisten Tintenstrahldrucker arbeiten mit Schwarz und den drei Farben Cyan, Magenta und Gelb. Aus ihnen mischt der Drucker auf dem Papier alle übrigen Farbtöne.
Wie eine Tinte genau zusammengesetzt ist, steht im Sicherheitsdatenblatt. Für die gelbe Tinte der Serie Epson 603 nennt Epson diese Bestandteile:
- Wasser: 65 bis 80 Prozent
- Glycerin: 10 bis 12,5 Prozent
- Triethylenglykolmonobutylether, ein Glykolether: 10 bis 12,5 Prozent
- Triethanolamin: 0,25 bis 0,5 Prozent
- 2,4,7,9-Tetramethyldec-5-in-4,7-diol: 0,1 bis 0,25 Prozent
- 1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on: 0,0015 bis 0,05 Prozent
Die Epson-Tinte ist damit eine Tinte auf Wasserbasis, englisch „water-based ink“. Laut Datenblatt ist sie dünnflüssig, leicht basisch und nicht brennbar. Das Farbmittel selbst führt das Datenblatt nicht auf. Andere Tinten sind anders zusammengesetzt. Mit den Zusätzen passen die Hersteller ihre Tinte an die Anforderungen des Druckkopfs an.
Wie wird Druckertinte hergestellt?
Druckerhersteller entwickeln ihre Tinten passend zu ihren Druckköpfen. Canon zum Beispiel stimmt seine Tinten nach eigenen Angaben auf die eigenen Drucktechnologien und Papiere ab. Vereinfacht entsteht Tinte, indem das Farbmittel in der Trägerflüssigkeit gelöst oder als feine Teilchen darin verteilt wird. Dazu kommen die Zusätze. Für Tinte in thermischen Druckköpfen (Bubble Jet), in denen ein Heizelement die Tropfen ausstößt, nennt Canon diese Anforderungen:
- Sie muss hitzebeständig sein, damit die Hitze des Heizelements sie nicht verändert.
- Sie muss beim Ausstoß feine, runde Tröpfchen bilden.
- Sie muss sicher sein.
- Sie soll leuchtende Farben und eine hohe Farbdichte erzeugen und nicht schnell verblassen.
Die fertige Tinte kommt in Patronen oder, für Tintentankdrucker, in Flaschen. Epson verpackt seine Patronen vakuumdicht, damit sie haltbar bleiben. Wie eine Patrone aufgebaut ist und wie die Tinte zum Druckkopf gelangt, erklärt der Beitrag Der Aufbau einer Druckerpatrone.
Farbstofftinte oder Pigmenttinte: Was ist der Unterschied?
Tintenstrahldrucker arbeiten mit zwei Tintenarten. Frei wählen können Sie zwischen ihnen nicht: Laut Canon müssen Sie die Tinte verwenden, für die Ihr Drucker ausgelegt ist. Die meisten Canon-Tintenstrahldrucker kombinieren beide Arten: schwarze Pigmenttinte für Text, erkennbar an einer Patronenbezeichnung, die mit PG beginnt, und Farbstofftinten für die Farben mit der Bezeichnung CL.
| Merkmal | Farbstofftinte | Pigmenttinte |
|---|---|---|
| Farbmittel | in der Flüssigkeit gelöst | feste Teilchen in einem flüssigen Träger |
| Auf dem Papier | zieht ins Papier ein | bleibt auf der Oberfläche liegen |
| Stärken laut Canon | leuchtende Farben, sanfte Farbübergänge, verschmiert dank kurzer Trocknungszeit kaum | wasserbeständig und lichtecht, Farben sofort nach dem Druck stabil |
| Zu beachten | bleibt wasserlöslich und kann je nach Papier verschwimmen, wenn es nass wird | kann sich auf Glanzpapier durch Kratzen ablösen |
| Typischer Einsatz | Fotos, besonders auf Glanzpapier | Text und Dokumente |
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Für Textdokumente: Schwarze Pigmenttinte liefert ein scharfes, wasserbeständiges Schriftbild.
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Für Fotos und Farbdrucke: Farbstofftinte sorgt für leuchtende Farben, besonders auf Fotopapier. Welches Papier wofür passt, lesen Sie im Beitrag Druckerpapiere erklärt.
Ist Druckertinte giftig?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, denn jede Tinte hat ihre eigene Rezeptur. Verbindliche Angaben zu Gefahren und Erster Hilfe stehen im Sicherheitsdatenblatt der jeweiligen Tinte. Das Datenblatt von Epson für die gelbe Tinte der Serie Epson 603 (Stand 2022) sagt:
- Nach der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008, die in der EU die Einstufung von Chemikalien regelt, gilt diese Tinte nicht als gefährlich. Gefahrenpiktogramme trägt sie nicht.
- Sie enthält zwei Stoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen können: 2,4,7,9-Tetramethyldec-5-in-4,7-diol und 1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on.
- Epson rät, Haut- und Augenkontakt sowie das Einatmen von Dämpfen zu vermeiden. Bei der Arbeit mit der Tinte sollten Sie nicht essen oder trinken, und Lebensmittel und Getränke gehören nicht in ihre Nähe.
Diese Angaben gelten nur für diese Tinte, andere Tinten können anders eingestuft sein. Im Zweifel fragen Sie das Sicherheitsdatenblatt Ihrer Tinte beim Hersteller an. Kommt es zu Kontakt mit der Tinte, nennt das Datenblatt von Epson diese Erste-Hilfe-Maßnahmen:
| Kontakt mit Tinte | Erste Hilfe laut Sicherheitsdatenblatt |
|---|---|
| Haut | Mit reichlich Wasser und Seife abwaschen. |
| Augen | Sofort gründlich mit Wasser ausspülen und einen Arzt aufsuchen. |
| Verschlucken | Kein Erbrechen herbeiführen und sofort einen Arzt hinzuziehen. |
| Einatmen | Die betroffene Person an die frische Luft bringen, ausruhen lassen und warm halten. |
Wie Sie Tinte von Händen, Kleidung oder Teppich bekommen, lesen Sie im Ratgeber Druckertinte entfernen.
Warum ist Druckertinte so teuer?
Was Druckertinte Sie im Alltag kostet, hängt nicht nur vom Preis der Patrone ab. Diese belegten Punkte spielen eine Rolle:
- Anspruchsvolle Rezeptur: Tinte muss zahlreiche technische Anforderungen erfüllen und wird auf Druckkopf und Papier abgestimmt.
- Druckkopf in der Patrone: Bei Patronen mit integriertem Druckkopf, etwa Canon-FINE-Patronen, erhalten Sie mit jeder Patrone einen neuen Druckkopf.
- Tinte für die Wartung: Laut HP wird bei Tintenstrahldruckern aller Hersteller in unterschiedlichem Ausmaß ein Teil der Tinte für die Vorbereitung und Wartung des Druckkopfs verbraucht, ein Teil bleibt als Resttinte in der Patrone und ein Teil verdunstet. Die genormten Angaben zur Reichweite berücksichtigen das nicht. Die tatsächliche Seitenzahl kann deshalb deutlich davon abweichen.
- Verbrauch ohne Druck: Tintendrucker spülen ihre Druckköpfe gelegentlich mit Tinte durch, damit sie nicht verstopfen. Laut Stiftung Warentest entstehen so auch Tintenkosten, wenn Sie gar nicht drucken, je nach Modell in sehr unterschiedlicher Höhe.
Die Stiftung Warentest rät, schon beim Druckerkauf auf die Folgekosten zu achten: Wer viel druckt, sollte ein Gerät mit geringen Folgekosten wählen, auch wenn es in der Anschaffung zunächst teurer ist. So behalten Sie die Tintenkosten im Blick:
- Vergleichen Sie die Kosten pro Seite, also den Preis der Patrone geteilt durch ihre Reichweite. Die Reichweite messen die Hersteller für Farbtintenstrahldrucker nach der Norm ISO/IEC 24711. Was die Deckung dabei bedeutet, erklärt der Beitrag Deckung beim Drucken.
- Prüfen Sie XL-Patronen: Bei Canon sind sie so groß wie Standardpatronen, enthalten aber mehr Tinte.
- Drucken Sie viel, vergleichen Sie auch Tintentankdrucker. Tinte aus Flaschen kann laut Stiftung Warentest die Druckkosten gegenüber Patronen deutlich senken.
Neben Originalpatronen gibt es kompatible Patronen anderer Anbieter und Nachfülltinte. Was sie ausmacht und worauf Sie achten sollten, lesen Sie in den Beiträgen Kompatible Druckerpatronen und Refill-Patronen und Refill-Toner. Weitere Tipps finden Sie im Ratgeber Druckkosten senken.
Wie lange ist Druckertinte haltbar?
Ein einheitliches Verfallsdatum gibt es nicht. Epson empfiehlt, Patronen vor dem Datum auf der Verpackung zu verwenden. Auch im Drucker hält Tinte nicht unbegrenzt: Laut HP lassen sich Patronen wegen Höhen- und Temperaturunterschieden bei Versand und Lagerung nicht vollständig versiegeln, sodass mit der Zeit etwas Tinte verdunstet. HP legt seine Patronen darauf aus, ab dem Einsetzen mehrere Monate zuverlässig zu funktionieren. So halten Sie Tinte frisch:
- Packen Sie Patronen erst unmittelbar vor dem Einsetzen aus. Epson verpackt sie vakuumdicht. Liegen sie lange ausgepackt, ist normales Drucken unter Umständen nicht mehr möglich.
- Bewahren Sie Patronen an einem kühlen, dunklen Ort auf, wie Epson es empfiehlt.
- Haben Sie Patronen kalt gelagert, lassen Sie sie vor dem Einsetzen mindestens drei Stunden auf Raumtemperatur kommen.
- Lassen Sie den Drucker nicht ohne Patronen stehen, sonst trocknet laut Epson Tinte am Druckkopf ein.
Welche Fristen und Lagertemperaturen HP, Canon, Epson und Brother nennen, vergleicht der Beitrag Haltbarkeit und Lagerung von Druckerpatronen.
Häufige Fragen
Was heißt „water based ink“ auf Deutsch?
„Water-based ink“ bedeutet Tinte auf Wasserbasis oder wasserbasierte Tinte. Ihre Trägerflüssigkeit besteht überwiegend aus Wasser. In der Epson-Tinte aus unserem Beispiel sind es laut Sicherheitsdatenblatt 65 bis 80 Prozent.
Wie bekomme ich Druckertinte von der Haut?
Waschen Sie die Stelle mit reichlich Wasser und Seife, so steht es im Sicherheitsdatenblatt von Epson. Weitere Tipps, auch für Kleidung und Teppich, finden Sie im Ratgeber Druckertinte entfernen.
Wie schnell trocknet Druckertinte ein?
Auf dem Papier geht es schnell: Farbstofftinten haben laut Canon kurze Trocknungszeiten, Pigmenttinte ist sofort nach dem Druck stabil. Im Drucker kann Tinte bei langen Druckpausen in den Düsen eintrocknen, deshalb spülen Tintendrucker ihre Druckköpfe gelegentlich durch. Wer nur selten druckt, ist laut Stiftung Warentest meist mit einem Laserdrucker gut beraten, siehe Laserdrucker im privaten Haushalt.
Wie entsorge ich Druckertinte?
Gießen Sie Tintenreste nicht in den Abfluss: Laut Sicherheitsdatenblatt soll Tinte nicht in die Kanalisation gelangen, und für die Entsorgung gelten die örtlichen und nationalen Vorschriften. Leere Patronen nehmen Hersteller wie Canon über Rücknahmeprogramme zurück. Alle Wege, auch für kompatible Patronen, zeigt der Ratgeber Druckerpatronen entsorgen.
Welche Druckertinte passt zu meinem Drucker?
Das legt Ihr Drucker fest, denn laut Canon müssen Sie die Tinte verwenden, für die das Gerät ausgelegt ist. Die Patronenbezeichnung steht auf der alten Patrone und in der Bedienungsanleitung. Im Shop finden Sie die passende Tinte über Ihr Druckermodell, zum Beispiel unter Canon-Druckerpatronen, Epson-Druckerpatronen oder HP-Druckerpatronen.