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Individuelle Aufkleber gestalten und drucken

Individuelle Aufkleber gestalten und drucken

Aufkleber drucken Sie mit einem normalen Tintenstrahl- oder Laserdrucker auf selbstklebendem Etiketten- oder Stickerpapier oder auf bedruckbarer Folie. Wichtig ist, dass das Material zu Ihrem Druckertyp passt: Beim Laserdrucker muss auch der Kleber die Hitze der Fixiereinheit aushalten. Dazu kommen eine passende Vorlage, die richtige Papiersorte im Druckertreiber und ein sauberer Zuschnitt.

Welches Material brauche ich für Aufkleber?

Für den eigenen Drucker gibt es Aufklebermaterial meist als Bogen im A4-Format: als Etiketten- oder Stickerbogen mit vorgestanzten Formen oder als vollflächiges Stickerpapier, das Sie selbst zuschneiden. Auf der Packung stehen die zwei wichtigsten Angaben: für welches Druckverfahren das Material gedacht ist und wofür es sich eignet, etwa für innen oder außen. Manche Bögen sind für beide Druckerarten ausgewiesen.

Material Wofür Worauf Sie achten
Etikettenbogen, vorgestanzt (rechteckig, rund oder oval) Adressen und Absender auf Briefen, Ordner, Gläser, Preisschilder Produktnummer für die Vorlage notieren, Druckverfahren prüfen
Stickerpapier, vollflächig (matt oder glänzend) Sticker in freien Formen, Fotoaufkleber selbst zuschneiden, Druckverfahren prüfen
Fotosticker-Bögen Fotos als Sticker nur, wenn Ihr Drucker das Papier unterstützt; Medientyp laut Handbuch
Farbige Etiketten Farbcodes für Ordner, Ablage und Vorräte Druckverfahren und Farbton auf der Packung prüfen
Bedruckbare Folie, weiß oder transparent Glas, Kunststoff, Fenster, etwa Öffnungszeiten an der Glastür Inkjet-Folie braucht eine Beschichtung, Laserfolie muss hitzebeständig sein
Wetterfeste Folie Hinweisschilder im Freien, Kisten, Fahrzeuge nur verwenden, wenn der Hersteller sie für außen ausweist
Wiederablösbare Etiketten vorübergehende Kennzeichnung Ablöseeigenschaften und Untergrund laut Packung prüfen
Korrekturetiketten alte Angaben auf Drucksachen überdecken blickdicht, meist weiß

Prüfen Sie außerdem das Papiergewicht: Jeder Drucker hat eine Obergrenze, oft getrennt nach Papierfach. Zu schwere Etiketten werden laut Brother eventuell nicht richtig eingezogen und können das Gerät beschädigen. Wo Sie die Grenze finden, erklärt der Beitrag Druckerpapier.

Tintenstrahl oder Laser: Was muss ich beachten?

Ein Laserdrucker fixiert den Toner mit Hitze. Der Bogen läuft dabei durch die Fixiereinheit und mit ihm der Kleber der Etiketten. Brother nennt deshalb für Laserdrucker wie den HL-2130 klare Anforderungen an Etiketten:

  • Sie müssen 0,1 Sekunden lang einer Temperatur von 200 °C standhalten.
  • Klebstoff auf Acrylbasis hält den hohen Temperaturen in der Fixiereinheit besser stand.
  • Die Etiketten sollen das ganze Blatt bedecken, ohne Klebstoff dazwischen. Sonst können sie sich beim Druck ablösen, an Trommel oder Rollen haften und schwere Papierstaus verursachen.
  • Bereits benutzte Bögen, Bögen mit fehlenden Etiketten und Bögen mit freiliegender Trägerfolie gehören nicht in den Drucker. Laut Brother können sie schwere Staus und Schäden am Gerät verursachen.

Nehmen Sie für den Laserdrucker deshalb nur Etiketten und Folien, die ausdrücklich für Laserdrucker gekennzeichnet sind. Inkjet-Papier gehört laut Brother nicht in den Laserdrucker.

Ein Tintenstrahldrucker bringt flüssige Tinte auf das Material, die erst trocknen muss. HP rät in der Kurzanleitung seiner DeskJet-9xx-Serie, nur Papieretiketten zu verwenden, die für Tintenstrahldrucker geeignet sind, und keine transparenten oder Kunststoffetiketten: Auf ihnen kann die Tinte nicht trocknen. Folie eignet sich deshalb nur, wenn sie ausdrücklich für Tintenstrahldrucker gekennzeichnet ist: Inkjet-Folie hat eine Beschichtung, die die Tinte aufnimmt, mehr dazu im Beitrag Folie bedrucken.

Kriterium Tintenstrahldrucker Laserdrucker
Material Etiketten und Folie „für Tintenstrahl“ bzw. „für Inkjet“ Etiketten und Folie „für Laser“ mit hitzebeständigem Kleber
Papiersorte im Treiber die Sorte, die das Handbuch für Etiketten nennt; bei der HP DeskJet 9xx Normalpapier die Sorte für Etiketten laut Handbuch; beim Brother HL-2130 das Druckmedium „Etiketten“
Einzug Papierfach, Bögen vorher auffächern; bei der HP DeskJet 9xx höchstens 20 Etikettenbögen je nach Modell; beim Brother HL-2130 nur einzeln über die manuelle Zufuhr mit fast geradem Papierweg
Nach dem Druck Tinte trocknen lassen, Bögen nicht stapeln jeden Bogen sofort entnehmen, gestapelte Bögen können sich laut Brother wellen oder Staus verursachen

Wie gestalte ich die Vorlage für meine Aufkleber?

Für vorgestanzte Bögen brauchen Sie eine Vorlage mit genau deren Maßen. Word bringt die Maße vieler Etikettenbögen mit: Unter „Sendungen“ › „Etiketten“ › „Optionen“ wählen Sie den Etikettenhersteller und die Produktnummer von der Packung; fehlt die Nummer, legen Sie über „Neues Etikett“ eigene Maße an. Mit „Ganze Seite desselben Etiketts“ füllen Sie den Bogen mit einem Motiv. Microsoft rät, die Etiketten zuerst auf ein Blatt Papier zu drucken, um die Ausrichtung zu prüfen. Viele Hersteller von Etikettenbögen bieten außerdem eigene Vorlagen zu ihren Produktnummern an.

Freie Sticker gestalten Sie in jedem Programm, in dem Sie Text und Bilder frei auf einer A4-Seite anordnen können. Achten Sie dabei auf drei Punkte:

  • Abstand: Lassen Sie zwischen den Motiven und zum Blattrand einige Millimeter Platz. Nicht jeder Drucker druckt bis an den Rand, und beim Zuschneiden ist nicht jeder Schnitt millimetergenau.
  • Auflösung: Als Richtwert gelten 300 dpi in der gewünschten Druckgröße, mehr dazu im Beitrag DPI und Druckauflösung.
  • Weiß: Übliche Drucker für Büro und Zuhause drucken kein Weiß. Weiße Flächen entstehen nur dort, wo das Material selbst weiß ist; auf transparenter Folie bleiben sie durchsichtig.

Aufkleber drucken: Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie im Handbuch Ihres Druckers, ob er Etiketten bzw. Folie verarbeitet, bis zu welchem Papiergewicht und über welches Fach.
  2. Drucken Sie die Vorlage auf Normalpapier, legen Sie das Blatt auf den Bogen und halten Sie beides gegen das Licht. So sehen Sie, ob jedes Motiv in seinem Etikett sitzt.
  3. Fächern Sie die Bögen auf und legen Sie nur vollständige, glatte Bögen ein. Schieben Sie die Papierführungen an die Bögen.
  4. Öffnen Sie im Druckdialog die Druckereigenschaften und wählen Sie Papierformat und Papiersorte wie in der Tabelle oben. Nutzen Sie die manuelle Zufuhr, stellen Sie sie auch als Papierquelle ein.
  5. Drucken Sie in Originalgröße, also ohne Verkleinern oder „An Seite anpassen“, sonst verschieben sich die Motive auf dem Bogen.
  6. Nehmen Sie jeden Bogen gleich nach dem Druck aus dem Ausgabefach.

Wie herum der Bogen ins Fach gehört, hängt vom Papierweg ab: Bei der HP DeskJet 9xx liegt die Etikettenseite im Papierfach nach unten, beim Brother HL-2130 liegt die zu bedruckende Seite in der manuellen Zufuhr oben.

Für Spezialpapiere nennt der Druckerhersteller die passende Einstellung. Canon führt im Handbuch der PIXMA TS5300-Serie zum Beispiel Fotosticker mit 16 Stickern pro Bogen und wiederaufklebbares Fotopapier als unterstützte Medien. Für das wiederaufklebbare Fotopapier RP-101 wählen Sie im Treiber laut Canon den Medientyp „Foto Glanzpapier“.

Wie trockne und schneide ich Aufkleber richtig?

Tinte braucht Zeit zum Trocknen. Legen Sie frisch bedruckte Bögen einzeln nebeneinander und stapeln Sie sie erst, wenn die Tinte fest ist. Wie lange das dauert, hängt von Material, Tinte und Motiv ab; prüfen Sie es am Rand vorsichtig mit dem Finger. Toner ist nach dem Laserdruck bereits fixiert, die Bögen müssen also nicht trocknen. Brother rät aber, die bedruckte Seite nicht direkt nach dem Drucken zu berühren.

  • Vorgestanzte Bögen: Die Aufkleber lösen Sie einfach vom Trägerpapier, ohne zu schneiden.
  • Gerade Formen: Schneiden Sie mit einem Papierschneider oder mit Cutter, Metalllineal und Schneideunterlage.
  • Runde und freie Formen: Schneiden Sie mit einer spitzen Schere langsam entlang der Kontur. Eine dünne Schnittlinie in der Vorlage hilft dabei.

Ziehen Sie das Trägerpapier erst kurz vor dem Aufkleben ab und kleben Sie Aufkleber nur auf saubere, trockene und fettfreie Flächen.

Aufkleber für draußen oder fürs Auto: Geht das mit dem eigenen Drucker?

Für Aufkleber, die draußen halten sollen, etwa am Briefkasten, auf Kisten oder am Auto, brauchen Sie Folie, die der Hersteller ausdrücklich für den Außenbereich ausweist. Ob ein Druck wasserfest und lichtbeständig ist, hängt vom Material und von Tinte bzw. Toner ab; maßgeblich sind die Angaben des Folienherstellers. Bei Heckscheibenaufklebern kommt hinzu: Weiße Schrift auf transparenter Folie ist mit einem Bürodrucker nicht möglich.

Für Formate, die größer sind als das Papierformat Ihres Druckers, für weiß hinterlegte Motive, Bodenaufkleber, Aufkleber in Sonderformen oder hohe Stückzahlen sind Copyshops, Druckereien und Werbetechnik-Betriebe die passenden Ansprechpartner. Schriftzüge aus farbiger Folie, wie man sie auf Autoscheiben sieht, schneidet ein Schneideplotter aus; diese Folie wird nicht bedruckt.

Wann lohnt sich ein Etikettendrucker oder Beschriftungsgerät?

Brauchen Sie häufig einzelne Etiketten, etwa Adress- oder Versandetiketten, ist ein Etikettendrucker eine Alternative zum A4-Bogen: Er bedruckt Etiketten von der Rolle, angebrochene Bögen fallen dann nicht an. Für Ordner, Regale, Kabel oder Werkzeug gibt es Beschriftungsgeräte, die auf Schriftband aus einer Kassette drucken. Wie sich beide Gerätearten unterscheiden und worauf Sie beim Kauf achten, lesen Sie im Beitrag Beschriftungsgerät kaufen.

Im Shop finden Sie Etikettendrucker, Etiketten auf Rollen und Beschriftungsgeräte. Rollen und Schriftbänder passen jeweils nur zu bestimmten Geräten; welche Etiketten Ihr Modell verarbeitet, nennt der Hersteller.

Häufige Fragen

Kann ich Aufkleber mit einem normalen Drucker drucken?

Ja, auf Etikettenbögen, Stickerpapier oder bedruckbarer Folie, die zu Ihrem Druckertyp passen. Prüfen Sie im Handbuch, ob Ihr Drucker Etiketten verarbeitet, und wählen Sie im Treiber die passende Papiersorte. Drucken Sie vorab eine Probe auf Normalpapier.

Welcher Drucker eignet sich für Aufkleber?

Grundsätzlich Tintenstrahl- und Laserdrucker, deren Handbuch Etiketten oder Folie als Druckmedium nennt. Fotosticker-Bögen gibt es für Tintenstrahldrucker; ob Ihr Modell sie verarbeitet, steht im Handbuch. Brauchen Sie oft einzelne Etiketten, etwa für den Versand, ist ein Etikettendrucker mit Etiketten von der Rolle eine Alternative.

Kann ich Aufkleber mit dem Laserdrucker drucken?

Ja, aber nur auf Etiketten oder Folie für Laserdrucker. Der Kleber muss die Hitze der Fixiereinheit aushalten; Brother nennt für Geräte wie den HL-2130 200 °C für 0,1 Sekunden. Legen Sie nur vollständige Bögen ein.

Sind selbst gedruckte Aufkleber wasserfest?

Das hängt vom Material und von Tinte oder Toner ab. Tintendrucke können verwischen, solange sie nicht trocken sind. Ob ein Aufkleber wasser- oder wetterfest ist, steht in den Angaben des Herstellers der Etiketten bzw. der Folie.

Aufkleber selbst drucken oder drucken lassen?

Selbst drucken ist praktisch für kleine Mengen und Motive bis zum Papierformat Ihres Druckers. Für größere Formate, Weiß auf transparenter Folie, Sonderformen oder hohe Stückzahlen sind Druckereien und Werbetechnik-Betriebe die passende Adresse.

Quellen